Frage: Guten Morgen Herr Wardhay, ich begrüße Sie in unserem fast echten Interview und, wenn Sie erlauben, stelle ich Sie kurz vor. Sie waren bis vor kurzem in leitender Position eines großen Ölkonzerns und standen viel in der Öffentlichkeit. Man konnte lesen Sie wurden auch gegrillt, sie sehen dafür aber ganz gut aus, alles gut überstanden?
Antwort: Guten Morgen, ja das ist richtig, aber hören Sie mit diesen Geschichten auf.
F: Einverstanden. Gleich zu unserem heutigen Thema: Wie geht es der Quallen-Population im Golf von Mexiko?
A: Ich verstehe sie nicht.
F: Na ich meinte, Quallen sind ja diese transparenten Tiere, die man nicht grillen kann und…
A: Ja ja, ich kenne Quallen.
F:…genau und an den Stahlgerüsten der Ölplattformen im Golf von Mexiko fühlen sie sich doch besonders wohl und wachsen und gedeihen da als Polypen ganz prima…
A: Ja da haben Sie allerdings recht! Leider ist uns ja jetzt eine Bohrinsel verloren gegangen, das hat dramatische Auswirkungen auf die Quallen-Population!
F: Warum?
A: In zweierlei Hinsicht. Erstens bedeutet das: Weniger Lebensraum für die kleinen Quallen an der Bohrinsel, gleichzeitig dadurch auch weniger Nahrung für die Polypen, da ein guter und nährstoffreicher Platz zum Aufwachsen verloren ist. Die Quallen haben dann in der Folge mehr Hunger und sind unzufriedener. Das wiederum führt dazu, dass sie sich entweder gegenseitig auffressen oder andere Tiere wie Seegurken oder sogar Krill, also nicht den Grill den Sie zum BBQ brauchen…hahaha…sie fressen also dann andere, für ihren Magen ungewohnte, Tiere und das bringt ihren Immunhaushalt durcheinander.
F: Ah ok. Und das andere?
A: Ja das ist noch tragischer. Durch die fehlenden Stahlgestänge müssen die Quallen in größerer Tiefe aufwachsen und werden dann so klein, dass sie sich im Ozean gar nicht mehr gegenseitig finden können. Und wir alle wissen ja was das heißt: Wenn man sich nicht findet, kann man sich nicht vermehren. Das ist ein großes Problem.
F: Und daran sind jetzt Sie schuld weil Sie die Bohrinsel verloren haben?
A: Nein, natürlich nicht! Denn wir haben durch den Bau und den Betrieb der Bohrinsel ja erst dafür gesorgt, dass es mehr und besseren Platz für Polypen und es dadurch dann auch mehr Quallen gibt…uns jetzt das ‘weniger’ in die Schuhe schieben zu wollen, halte ich wirklich für falsch.
F: Und wollen Sie nun handeln oder haben Sie bereits Pläne die verlorene Bohrinsel zu ersetzen?
A: Ja, unbedingt. Unsere Experten arbeiten daran. In Kürze, vielleicht schon morgen, werden wir eine für alle zufrieden stellende Lösung präsentieren. Seien sie schonmal gespannt!
F: Sie machen mich neugierig! Lieber Herr Wardhay, haben Sie herzlichen Dank für das offene Interview.
A: Mit Ihnen doch sehr gerne. Sie verstehen etwas von Ihrem Fach.
F: Oh danke für das Lob.
A: Aber gerne.
F: Darf ich Sie jetzt noch zu einem italienischen Espresso auf der Terrasse einladen?
A: Ein andermal sehr gerne, heute aber nicht, meine Frau wartet, Sie verstehen…
F: Dann aber das nächste Mal?!
A: Versprochen!
Das Interview ist Teil 2 einer beliebten zweiteiligen Serie. In Teil 1: Über das Leben der Quallen im Golf von Mexiko geht es um die Hintergründe, die Fakten und um eine gelungene Animation im New England Aquarium in Boston.













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