Nevertheless, awesome!

I´m looking, I`m searching, I read my horoscope…und wenn ich das nicht tue, dann mache ich einen Haufen andere, sehr vernünftige, Sachen. In den letzten Monaten war eine Menge los. Deswegen nun noch einmal ein paar Lesetipps aus den vergangenen Wochen:

Im letzten halben Jahr habe ich als Project Manager die 3. Initiative des von Google Deutschland initiierten Internet & Gesellschaft Co:llaboratory (CoLab) “Urheberrecht in der Informationsgesellschaft” geleitet. Mit der Präsentation des sehr lesenswerten Abschlußberichts “Regelungssysteme für informationelle Güter” haben wir diese Arbeit im April 2011 erfolgreich beendet. Diesen haben ich zusammen mit den Kollegen und Kolleginnen Kreutzer, Senges, Hofmann und Klimpel unter anderem bei der re:publica #11 bei der Veranstaltung “Zukunft des Urheberrecht im Jahr 2035” präsentiert. ZDF Hyperland titelte dazu “Experten uneins übers Eigentum“.

Die 3.Initiative des CoLab ist nun vorbei, doch die Arbeit geht natürlich sofort weiter. Ich werde ab sofort zusammen mit dem Kollegen Wenzlaff die Leitung der CoLab-Arbeitsgruppe “Urheberrecht und informationelle Güter” übernehmen. Wir sitzen gerade an der Konzeption. Bald gibt es da mehr Informationen.

Am 22. Juni wird im Rahmen der Verleihung des Grimme Online Awards auch der “Klicksafe-Preis für Sicherheit im Internet 2011″ verliehen. Zusammen mit tollen Kollegen und Kolleginnen gehöre ich dem Expertengremium zur Ermittlung der diesjährigen Sieger an. In der vergangenen Woche haben wir nun die Nominierungen vorgenommen.

Geschrieben und geschrieben worden ist natürlich auch wieder einiges. Zuvordererst natürlich auf und für iRights.info und das iRights-Blog. Beispielhaft dafür greife ich mal meinen Text “Veröffentlichen im Internet – Schutz der eigenen Webseite vor Abmahnungen” heraus. Zum bösen Sharehoster Rapidshare habe ich bei jetzt.de ein Statement abgegeben. Und um dem Vorwurf entgegenzuwirken die Printpresse sei veraltet, habe ich zum geplanten, und leider immer noch nicht im Keller eingesperrten (Fritzl-Faktor), Leistungsschutzrecht für Presseverlage den langen Artikel “Noch ein Gebührenmodell” in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) geschrieben. Zum Glück kann man sich aber die zeitraubende Fahrt in ein Archiv sparen, es gibt ihn auch online.

Ein Herz für Start-Ups habe ich auch und mich deswegen in diesem Artikel gleich auf die Seite eines solchen geschlagen: “Goliath-Verlage zwingen Start-Up-David zur Aufgabe“. Am Kiosk bin ich gerade auch zu haben, einmal in einem Interview in der Musikzeitschrift “Melodie und Rhythmus”, angefeatured im Blogbeitrag “Musik und Internet: Willkommen im rechtsfreien Raum“. Auch kaufen sollte man die aktuelle Brand Eins zum Thema Respekt. Der Artikel ist nicht überall auf Wohlwollen gestoßen, aber immerhin werde ich im Artikel “Geklaut bleibt geklaut” ausführlich zitiert ;-)

Und zum Schluß dieser kleinen Auswahl noch der Hinweis auf den meistgetweeteten iRights.info-Blogartikel. Um wen oder was gehts? Genau, um Dieter Bohlen: “Raubkopierer verfolgen ist doch der absolute Fullshit

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Avecsouci: Eigentumsrecht schlägt Panoramafreiheit in Preußen

Ob der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Prof. Dorgerloh zusammen mit seinem Marketing-Chef Dr. Buri am gestrigen Freitag eine Flasche Champagner geköpft hat, ist nicht überliefert. Zu vermuten ist es aber. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass “die Stiftung (…) die ungenehmigte Herstellung und Verwertung von Foto- und Filmaufnahmen der von ihr verwalteten Gebäude und Gartenanlagen zu gewerblichen Zwecken untersagen darf, wenn sie Eigentümerin ist und die Aufnahmen von ihren Grundstücken aus hergestellt worden sind.”

Es ging dabei um nichts weniger als die Frage, welche Rechte die Öffentlichkeit und Gewerbetreibende bei Fotoaufnahmen von Schloss Sanssouci und weiteren 150 historischen Gebäuden und ca. 800 Hektar Parklandschaft haben. Die Stiftung pochte darauf, dass ihr als Verwalterin das ausschließliche Nutzungsrecht an sämtlichen Foto- und Filmaufnahmen zusteht und eine gewerbliche Nutzung von ihrer Genehmigung abhängt. Beklagte waren eine Fotoagentur, eine Internetplattform und der Produzent einer DVD über Potsdam. Das Verfahren läuft bereits seit einigen Jahren. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht Potsdam das Ansinnen der Stiftung zurückgewiesen und erklärt, dass das Eigentumsrecht sich alleine auf den Schutz der Sachsubstanz und deren Verwertung beschränke. Die Ablichtung der Sache und die Verwertung von Ablichtungen stellten keinen Eingriff in das Eigentumsrecht dar. Das Verwertungsrecht stehe vielmehr dem Urheber der Ablichtung zu.

Diese Auffassung hat der für Grundstücksfragen zuständige V. Zivilsenat des BGH nun zurückgewiesen. Danach darf die Stiftung als Grundstückseigentümerin entscheiden, wer wann und für welchen Preis die Gebäude fotographieren und vermarkten darf. Mit einer Einschränkung: wer draußen steht und durch den Zaun knippst, kann damit tun und lassen was er will, allerdings, so die allgemeine Lebenserfahrung, sind die Parkanlagen viel zu weitläufig um auf diesem Wege ein anständiges Foto der meisten Gebäude zu machen. Wer auf dem Grund und Boden der Stiftung steht, muss sich dem nun entstandenen Vermarktungsmonopol beugen.

Im konkreten Fall weißt der BGH darauf hin: “In dem Verfahren V ZR 44/10 lag die Besonderheit darin, dass die Beklagte selbst keine Foto- oder Filmaufnahmen von Gebäuden und Gartenanlagen der Klägerin angefertigt hatte und sie auch nicht selbst verwertet, sondern nur einen virtuellen Marktplatz zur eigenständigen Verwertung durch die Fotografen und Fotoagenturen bereitstellt.” Deswegen “muss der Betreiber eines virtuellen Marktplatzes die dort angebotenen Fotos nur überprüfen, wenn er eine Verletzung von Immaterialgüterrechten und Eigentumsrechten oder andere Rechtsverletzungen erkennen kann. Daran fehlt es hier, weil den Bildern von Gebäuden und Gartenanlagen der Klägerin nicht anzusehen ist, ob sie ohne Genehmigung aufgenommen wurden oder nicht.”

Die Panoramfreiheit ist eine sogenannte Schranke im Urheberrecht, die es erlaubt, Fotographien, beispielsweise von Gebäuden, anzufertigen und zu verwerten, wenn sie von einem öffentlich zugänglich Ort angefertigt wurden. Im Standardkommentar zum Urheberrecht Dreier/Schulze führt der renommierte Rechtsprofessor Thomas Dreier dazu grundsätzlich aus, dass der Aufnahmeort “öffentlich” sei, “wenn er jedermann frei zugänglich ist und im Gemeingebrauch steht; dies gilt auch für privates Gelände, wie Privatwege und Parks, wenn sie für jedermann frei zugänglich sind.” Dass dies für die strittigen Gebäude und Parkanlagen, die fast sämtlich auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste stehen gilt, dürfte für den Laien, den interessierten Historiker und den Parkflaneur außer Frage stehen. Der BGH hat diese Definition nun insoweit konkretisiert, man könnte auch sagen eingeschränkt, dass das Recht des Eigentümer schwerer wiegt, als das Recht der Öffentlichkeit die Ländereien der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in dieser Hinsicht zu nutzen.

Kurz vor Weihnachten hat die Stiftung also schon ihr Weihnachtsgeschenk erhalten. Da dieses mit einem Vermarktungsmonopol auch noch sehr üppig ausfällt, sollte auf weitere Weihnachtsgeschenke verzichtet werden. Friedrich dem Großen, Auftraggeber von Schloß Sanssouci, würde die gestrige Entscheidung des BGH bestimmt ebenfalls gefallen, ist doch das schöne Zitat überliefert: “Ich bin mit der Zeit ein gutes Postpferd geworden, lege meine Station zurück und bekümmere mich nicht um die Kläffer, die auf der Landstraße bellen.”

Dieser Beitrag ist ein Crossposting meines Artikels der gestern im Blog von iRights.info erschienen ist.

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Die GVU im Wandel der Zeiten

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ist nicht nur irgendeine Organisation, sie ist seit 26 Jahren die Allzweckwaffe der Musik-und Filmindustrie. Für die einen ist sie Heilsbringer und Retter des Abendlandes, für andere ist sie der personifizierte digitale Teufel.

Mit der von ihr mit durchgeführten Kampagne “Hart aber gerecht” hat sie in weiten Teilen der Bevölkerung suggeriert und in den Köpfen verankert, dass jegliche Urheberrechtsverletzungen mit Gefängnisstrafen geahndet werden. Durch das Stellen von tausenden Strafanzeigen und das Verwenden von Kriegsrhetorik, wenn es um das Kopieren von urheberrechtlich geschütztem Material geht, hat sich die GVU bei vielen Nutzern einen Beliebtheitswert von weit unter null hart erarbeitet. Befördert wurde dies zudem noch durch diverse Skandale (GVU soll Raubkopierer gesponsert haben und illegale Löschung von Videos bei Vimeo) in denen die Grenze des Erlaubten überschritten wurde.

Doch blicken wir einmal zurück. Ich habe ein paar Schmankerl aus der Geschichte der GVU herausgesucht. Hilflose Versuche im Wandel der Zeiten. Im weißen Gewand und mit besten Absichten. Unfähig die Realität zu erkennen und zu verstehen. Doch jetzt sollte ich mal nicht so hart sein, es sind wirklich lustige Sachen dabei. Here we go.

Alles fing 1984 an. Die ersten verfügbaren Spuren die ich im Web Archive unter der damaligen Vereins-Website www.gvu.de gefunden habe, kommen dann, pünktlich zu Weihnachten, am 19.12.1996. Große Namen ihrer Mitglieder, schlichtes Design und eine eMail-Adresse:

Irgendwie müssen die Weihnachtstage aber unruhig gewesen sein, denn jetzt geht es erstmal darum Gesicht zu zeigen. Ein blinkender weißer Totenkopf mit roten Augen auf schwarzem Grund kündigt schon am 22.02.1997, also vor mehr als 13 Jahren, von der drohenden Gefahr für die Internetnutzer:

Am 15.12.1998 wird dies dann präzisiert: “In The Frontline To Protect Copyright”. Die Waffen werden scharf gemacht:

Die Sommerpause 2003 hat dann wieder etwas beruhigender auf das Gemüt der Überzeugungsjäger gewirkt. Am 21.09.2003 bietet die GVU jetzt nicht nur “Informationsmaterial” sondern grüßt auch ganz freundlich mit “Herzlich Willkommen”. So herzlich dürfte der Gruß aber nicht überall aufgenommen worden sein. Zumindest der Totenkopf in der “Anti-Piracy-Flagge” schaut ganz betröppelt. Ist aber schnell vergessen, denn die Sensationsberichterstattung beginnt! Mit der Rubrik “Kurzberichte über aktuelle Durchsuchungen” mit schöner Landkarte wird ein neues Tool zur Präsentation der Jagdtrophäen ins Leben gerufen:

Danach gab es noch zwei weitere Änderungen des Designs, die aber nicht wirklich einen Mehrwert bringen. Schon besser dann am 06.12.2005. Prominent auf der Website ein Download-Link zu “Digital File Check”. Was ist das? Ganz einfach: “Programm sucht und löscht sog. Internet-Tauschbörsen auf Computern”. Scheint ja erfolgreich gewesen zu sein, man hat in den Jahren danach fast nichts mehr von diesen Tauschbörsen gehört.

Die Website vom 08.05.2007 sieht übrigens der von heute, inklusive aller Bilder, täuschend ähnlich. Aber die Katze sieht auch verdammt gut aus. Und noch ein einzelnes Fundstück: Die GVU hat 2003 zusammen mit der IFPI das Merkblatt “Erkennungsmerkmale piratisierter CD/DVD” (PDF) herausgebracht. Aus zeithistorischen Gründen lohnt sich da ein Blick.

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The 2010 Social Networking Map

Wer auch immer diese großartige Landkarte zu verantworten hat, großes Lob. Eine sehr schöne Grafik. Ob es einer tieferen Logik folgt, dass das “Empire of Google” da ist, wo auf klassischen Weltkarten die Antarktis ist? und Facebook da wo sonst Europa ist, obwohl es in der Grafik wie China aussieht? Australien ist übrigens Linked In und Xing, Habo dagegen Nordamerika. Also so ganz grob jedenfalls. Au jeden Fall sehr schön anzusehen.

Hinweis: Die Grafik steht nicht unter einer CC-Lizenz, sondern unterliegt dem Copyright von Flowtown respektive Ethan Bloch.

Einen ganz herzlichen Dank an Ethan Bloch der mir die Freigabe erteilt hat, die Grafik hier zu veröffentlichen. Thanks so much Ethan! Good guy! :-)

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Senioren Internet- und Computerkurs

Ich finde zielgruppengerechte Ansprache ja wichtig. Auch und gerade für Senioren, also laut Wikipedia ab 50, 55 oder 60 Jahren, bietet das Internet ja durchaus auch ein paar Vorteile. Als Silver Surfer würde ich mich durch dieses Angebot hier allerdings etwas beleidigt fühlen. Außer natürlich der “Kursanbieter” hat hier die Zielgruppe 80+ im Auge. Vielleicht fehlt mir aber auch jegliches Verständnis und ich bin ungerecht. Dass 8 hochpädagogische Videos anschauen dann noch 34.- Euro kosten soll, ach vergessen, die Leistung stimmt bestimmt. Und dass es in zwei von den fünf Minuten Werbevideo um die Bezahlung geht, spielt bestimmt auch keine Rolle.

Auch die hochattraktive Aufmachung und die sonore, langsame und verständnisvolle Stimme werden bestimmt Massen von Senioren anlocken. Auch hier kann ich mich natürlich wieder täuschen und der Kursanbieter kauft sich gerade einen Porsche. Ich habe mich jetzt nicht angemeldet, aber ich glaube ich kann darauf verzichten mir anzusehen, wie der Kursanbieter seinen Bildschirm abfilmt.

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Dear Mandy, stay away from my family

Der britische Labour-Politiker Peter Mandelson war in den vergangenen Jahren mehrfacher britischer Minister und anschließend EU-Handelskommissar. Bis heute geheimnisumwittert ist ein Treffen zwischen ihm und dem US-Musik- und Filmproduzenten David Geffen an einem Sommerabend 2009. Mandelson hatte wenige Tage nach dem Treffen urplötzlich eine harte Linie gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet auf seiner politischen Tagesordnung. Einen Zusammenhang mit dem Treffen ließ er dementieren. Dies ist alles schon Geschichte, und beinahe nicht mehr erwähnenswert, dafür ist es viel zu alltäglich.

Erwähnenswert ist aber diese, schon etwas ältere, dafür sehr gelungene und kreative Antwort von Dan Bull:

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Ein Blick in die Zukunft: Bild.de geblockt

Dies ist ein fiktiver Fall. 2011: Deutschland hat nun ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage erfunden. Wir haben uns langsam daran gewöhnt, dass die Angebote von verschiedenen Online-Medien nur noch gegen Gebühr zu haben sind. Geändert hat sich eigentlich gar nicht so viel. Wir überweisen jeden Monat einen gewissen Betrag. Den Streit über die Höhe gab es 2010 schonmal in einem anderen Bereich, der Kulturflatrate. 2011 hat man sich dann beim Leistungsschutzrecht endlich pro Monat auf 19,99.- Euro im Sparangebot für freie Journalisten und 29,99 Euro für Banken, Versicherungen und den ganzen Rest entschieden. Und wenn man schonmal soviel Geld bezahlt, dann sollte man die Springer-Medien nicht nur gewerblich nutzen, sondern auch eigentlich stärker beachten. Sonst war die ganze schöne neu erfundene Leistung der Verlage ja doch wieder nur umsonst.

Von den ganzen Kollateralschäden haben wir noch nichts gehört bzw. die ersten Gerichtsentscheidungen über Kollisionen mit dem Urheberrecht, fehlgeschlagene Zweitverwertungen und Eingriffe in die Kommunikationsfreiheiten der Nutzer stehen noch aus. Den Unterhändlern (schwarzer Hut, grauer Mantel, unauffälliges Gesicht, schwarzer Koffer) der Befürworter von Verlagsseite ist es gelungen, auch eine “Im-Zweifel-Regelung” im Gesetz unterzubringen. Im Zweifel nutze ich also und muss bezahlen. Na ja, dann ist das eben so. Schafft man es dann doch in einem langwierigen mehrjährigen Verfahren von einer unabhängigen Springer-Kontrollkommission feststellen zu lassen, dass man diese Verlagsangebote dann doch nicht nutzt, und es hier keinen Zweifel gibt, so sollte man höllisch aufpassen, nicht aus Versehen über so einen, wie heißt das, Link, ungewollt auf die Springer-Seiten zu geraten. Denn sonst wird der wegdiskutierte Zweifel wieder ein Vollzweifel und man rutscht ganz schnell wieder in die Kategorie der professionellen Vollnutzer.

Um das zu verhindern, bieten Kritiker inzwischen neue, besonders schön aufbereitete, Patches zum Download an. Diese helfen, dass man wahlweise nur noch anonym auf die Angebote zugreifen kann, oder dass die Angebote dann gleich ganz geblockt werden. Letzteres ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Erstens braucht man die Angebote nicht, da alle dort enthaltenen Informationen im Netz bereits abrufbar und Im-Zweifel! irgendwo anders besser aufbereitet zur Verfügung stehen. Zweitens erspart man sich dann sowohl die Werbung mit der man zugeballert wird, wenn man die Seite aufruft, als auch die, die vor den angebotenen Videos 30 Sekunden lang vorgeschaltet ist. Also gleich ganz sperren, das generiert dort dann auch keinen unnötigen Traffic wenn man gelangweilt nachts irgendwelche Bild-Klickstrecken durchklickt. Man kann das übrigens dann auch für ganze Netzwerke einrichten.

Wie sowas dann aussieht, kann ich hier mal im positiven Beispiel zeigen. Heute früh, 9 Uhr, das WIFI am Harvard Square in Cambridge/Massachusetts zeigt nach Aufruf von bild.de und gutem Zureden folgendes an:

Man könnte natürlich auch noch automatisiert auf die lieblose Seite einen netten Spruch, ein Comic oder den Hinweis: “Entschuldigung, die deutsche Qualitätspresse ist hier gerade aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr erreichbar. Weichen Sie doch einfach aus!” einbauen. In den -wie im Screenshot zu sehen- hier verschlagworteten Kategorien “News/Media, Lingerie/Bikini, Nudity” finden sich doch garantiert auch noch andere, vielleicht viel bessere Angebote.

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Boston, what a day! WikiLeaks, Chelsea Clinton, Weiße Haie, gelbe Hummer und das erste Herbstlaub

Der erste August 2010 zeigt ich von seiner schönen Seite: Klare Luft, Sonne, etwas kühler und Atlantikwind der mit dem ersten Herbstlaub spielt. Und wieder ist hier viel passiert. Mit dem ersten Herbstlaub hat hier nun die Jagd auf den WikiLeaks-Whistleblower der US-Army begonnen. Seit US-Präsident Obama vor ein paar Tagen WikiLeaks, wegen der Veröffentlichung der geheimen Unterlagen über die Task Force 373, als Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet hat, gilt Augen auf, wer weiß was? Im Boston Herald heißt es:

“A key figure in the WikiLeaks investigation said yesterday that someone in the Boston area helped orchestrate the leak of classified information to the whistleblower Web site.”

Und die Einschläge kommen näher. Seit gestern ist das weltberühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und die Boston University (BU) unter Beschuss. Wie verschiedene Medien berichten, gibt es Verbindungen von Studenten der Forschungseinrichtungen zu WikiLeaks. What a shame!

Wer Exklusivinformationen hat, her damit! So wie Adrian Lamo. Das war derjenige, der die Wikileaks-Quelle Bradley Manning wegen der Veröffentlichung des Videos, das zeigt, wie Soldaten eines US-Helikopters am 12. Juli 2007 in Bagdad wahllos 12 Passanten erschiessen, den Ermittlern offenbart hat. Lamo ist auch jetzt ganz up to date und lässt wissen, er habe

“firsthand knowledge that someone in the Boston area helped Manning set up encryption software to send classified information to WikiLeaks”

Zudem soll Manning im Januar 2010 in Boston ‘Freunde’ besucht haben. Ich habe mich heute morgen gefragt, ob eigentlich irgendwas passiert, wenn man mit einem Wikileaks-T-Shirt durch Cambridge oder Boston läuft. Da ich aber sowas nicht habe, fällt der Feldversuch flach.

Was ist noch passiert? Chelsea Clinton hat gestern geheiratet! Einen Investmentbanker! Aber dafür auch ihre Jugendliebe. Das ist doch schön. Die Hochzeit war in Rhinebeck in der Mitte zwischen New York und Boston, keine zwei Stunden von hier, und soll sehr schön gewesen sein, erzählt man sich hier im Fahrstuhl.

Vorgestern gab es am Chatham Beach Haialarm und alle mussten aus dem Wasser raus. The Big White und seine Kumpels wurden ganz in der Nähe gesichtet. Wie passend, dass der Discovery Channel heute zum 23. Mal seine jährliche “Shark Week” startet. Zu den Vorfällen am Chatham Beach der für diesen Bereich zuständige Hafenwärter Stuart Smith sichtlich amüsiert:

“It’s funny. When you say ‘sharks’, you really don`t have problems with enforcement.“

Wäre vielleicht auch was für die Loveparade gewesen, oder für das von den Presseverlegern so herbeigesehnte neue Leidensschutzrecht. Aber das ist jetzt zugegebenermaßen etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber damit ähnelt mein haarsträubender Vergleich ja auch ein bißchen dem karnevalistischen Vorschlag der Presseverleger.

Aber zurück zu den Meeresbewohnern. Ein ganz seltenes Hummer-Exemplar ist in Newport in eine Reuse geklettert, nur um seine 5 Minuten Berühmtheit zu bekommen. Hier ist er, ein bisschen Ehrfurcht bitte, nur einer von 30 Millionen Hummern ist (war) gelb!

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